Weihnachten in England/Großbritannien

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Schlitten

Weihnachten ist Großbritanniens beliebtester Feiertag. Die Traditionen und frühere Zeremonien wurzeln in heidnischen Überzeugungen, die Jahrhunderte zurückreichen. Ein Teil davon gehört noch immer zu den heutigen Weihnachtsfeiern.

Die Druiden, beispielsweise, beehrten in ihrer Religion und Opferriten den Mistelzweig. Man glaubte, dass die rote Beere der Stechpalme vor Hexerei beschütze. Efeu symbolisierte Unsterblichkeit. Die Wikinger führten den Yule log (Weihnachtsscheit) ein, der zu Ehren von Gott Thor brannte. Die Engländer übernahmen diese Sitte für Weihnachten. Die heutige (elektrische) Weihnachtskerze ist ein Überbleibsel aus fürstlichen Tagen.

Kerze

Auch der Brauch, Weihnachtskarten an Freunde und die Familie zu verschicken, stammt aus Großbritannien. 1843 entwarf John Calcott Horsley die erste Karte für Sir Henry Cole. Auf diese Weise verbreitete sich der Versand von Weihnachtskarten, der bald zu einer eingesessenen Tradition wurde. Beliebte Motive waren Weihnachtsfeste, Kirchenglocken, Zwetschge und Truthahn ebenso wie religiöse Themen. Jedes Jahr werden im Vereinigten Königreich über eine Milliarde Weihnachtskarten befördert. Viele werden zu Gunsten wohltätiger Zwecke verkauft.

Schneemann

Seit 1840 hat der geschmückte und beleuchtete Weihnachtsbaum an Bedeutung gewonnen. Prinz Albert übernahm diese Sitte aus Deutschland. 1848 veröffentliche die "Illustrated London News" ein Bild der Königlichen Familie, die sich um einen solchen versammelt. Die englischen Familien folgten dem königlichen Beispiel und es kann wahrhaftig von einer viktorianischen Neuheit die Rede sein. Am Trafalgar Square, nahe der Lord Nelson Statue wird jedes Jahr ein riesiger Weihnachtsbaum errichtet. Dieser erinnert an die englisch-norwegische Zusammenarbeit während des 2. Weltkrieges. An Heiligabend werden oft Weihnachtslieder von Gesangsgruppen vorgetragen, die von Haus zu Haus ziehen. Kinder hängen ihre Weihnachtssocke an den Kamin oder an das Fußende ihres Bettes, damit dieser vom Weihnachtsmann gefüllt werden kann. Das weihnachtliche Singen reicht bis zum Mittelalter zurück. Bettler zogen singend durch die Straßen und baten um Geld, Essen oder ein Getränk.

Am ersten Weihnachtsfeiertag werden die Geschenke am Morgen geöffnet. Später versammelt sich die Familie zum traditionellen Weihnachtsmahl, das aus Rosenkohl, Bratkartoffeln mit gebratenem Truthahn, Roastbeef oder Gans besteht. Zum Dessert wird entweder ein süßer Mince Pie oder Christmas Pudding (Plumpudding) serviert.

Tannenbaum

Darin könnten vielleicht Münzen oder Glücksbringer für die Kinder als Überraschung versteckt sein. Zum Nachmittagstee wird Christmas Cake gereicht. Es ist ein üppiger Früchtekuchen mit Marzipan und Zuckerguss. Ein beliebter Partyknüller sind Christmas crackers (Weihnachtsknallbon-bons). Neben jedem Gedeck der Weihnachtstafel liegt eine solch bunte, glänzende Papierspule, die an beiden Enden verdreht ist und mit einem Partyhut, Reim und Spielzeug gefüllt ist.

Die alljährliche Weihnachtsbotschaft der Königin wird am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertags über den Rundfunk ausgestrahlt. König Georg rief 1932 diesen Brauch ins Leben.

Der 26. Dezember wird Boxing Day genannt. Früher erhielten Lieferanten und Händler, nach denen das Jahr über verlangt wurde, eine Christmas-Box. Daher der Name. Heutzutage erhalten Müllmänner, der Milchmann oder die Briefträger ein Trinkgeld für deren Dienst während der Weihnachtszeit.

Dieser Text wurde von Ulrike Schroedter geschrieben.


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