there is no/there is not a

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blanco11
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there is no/there is not a

Beitrag von blanco11 »

Hallo ich würde Hilfe benötigen!!!

Wann verwendet man

there is no/there is not a oder there is not any

zum Beispiel:
There is no cat
Theres is not a cat.

bzw. wie kann ich es meinen Sohn erklären.

Danke im voraus!!!




Duckduck
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Duckduck »

blanco11 hat geschrieben:Hallo ich würde Hilfe benötigen!!!

Wann verwendet man

there is no/there is not a oder there is not any

zum Beispiel:
There is no cat
Theres is not a cat.

bzw. wie kann ich es meinen Sohn erklären.

Danke im voraus!!!
Hallo blanco11 und willkommen im Forum! :)

Ja, die geplagten Eltern, die auf einmal Alles wissen müssen, nicht?! :big_thumb:

Also, der Reihe nach:

1. Wir benutzen die Formulierungen "there is/there isn't/is there" oder "there are/there aren't/are there", wenn wir beschreiben oder erfragen wollen, was irgendwo existiert, vorhanden ist usw. oder eben auch nicht.
Im Englischen gibt es nicht die Formulierung " *It gives oder gives it oder it gives not" NIE VERWENDEN!!!

2. Der Unterschied zwischen "there is/are no" und "there is/are not" ist grammatisch ziemlich einfach zu erklären:
-> das "no" bezieht sich auf ein Substantiv im Singular oder Plural. Und von diesem Substantiv ist eben nichts vorhanden:
"There is no snow in June." Im Juni gibt es allerhand, aber eben keinen Schnee! Das "no" bedeutet hier soviel wie "not any".
Was Du grammatisch hier hast, ist eine positive (bejahte) Aussage, denn das Verb ist nicht verneint. Aber inhaltlich ist es natürlich durch das "no" doch eine negative (verneinte) Aussage.
-> das "not" bezieht sich auf das Verb "be" und verneint somit die Handlung.
"There isn't a cat in the fridge today." Schade, dann müssen wir heute Hamster essen.

Du merkst, es ist nicht der Riesenunterschied inhaltlich, aber im ersten Fall sagst Du eben: Es gibt etwas und das ist: kein Schnee.
Im zweiten Fall sagst Du: es existiert/gibt nicht eine Katze im Kühlschrank, die wir essen könnten.

Allgemein gilt die Formulierung mit "no" als emphatischer/nachdrücklicher.

Die Verwendung von "any" ist meistens gebunden an ein Substantiv im Plural oder in einer unbestimmten/unzählbaren Menge. Du weißt sicher auch, dass sich dieses Wort vor allem in Verneinungen und Fragen findet und nur in bestimmten Fällen in positiven Aussagen.

Also zum Beispiel:

"There isn't any snow in June." -> "snow" ist nicht zählbar.
"There weren't any cats when I looked into the fridge." -> "cats" ist ein Substantiv im Plural
"Are there any onions left?" -> Plural

Wenn "no" verwendet wird, kann kein "any" folgen.

Ich muss zugeben, das ist nicht einfach zu erklären. Denn die Bedeutungsunterschiede sind erstens nicht groß und zweitens haben wir im Deutschen diese Formen von some und any ja auch nicht. Ich hoffe, ich konnte trotzdem ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Grüße
Duckduck
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

 Hallo Duckduck,
Ich muss zugeben, das ist nicht einfach zu erklären.
Deine Erklärungen zu diesem Thema sind super und sehr verständlich! Ich hatte vor einiger Zeit auch Probleme zu verstehen, wann ich "no" oder "not a" verwenden kann. Während eines Online-Kurses gab meine teacher mir auf meine Frage, ob beides richtig wäre ...

- „It's not a disadvantage.“
- „It's no disadvantage.“

... folgende Antwort:

"Here only the first sentence is correct."
Auf meine Nachfrage erhielt ich auch eine Antwort, weshalb nur der 1. Satz korrekt ist. Aber hättest du auch in dem Fall evtl. eine Erklärung, die es mir noch ein wenig mehr erleichtern könnte, bei der Verwendung von "no" oder "not a" sicherer zu werden? Ich bekam da etwas erklärt in Bezug auf "gradable/ungradable nouns", aber irgendwie will das bei mir nicht so richtig "sacken".

Falls jemand anders eine hilfreiche Antwort darauf geben möchte/kann, bin ich natürlich genauso erfreut.

LG, Angeli (mit 555 die Forenälteste  :mrgreen: )
LG Angeli,
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Duckduck »

Hi :angel:i ,
na, da hast Du mich aber ins Grübeln gebracht, bzw. Deine Lehrerin in diesem online Kurs.
Ganz ehrlich, ich hätte gefühlsmäßig gesagt, dass beide Varianten gehen und richtig sind. Dann habe ich mich ein wenig umgetan im Netz und bin auch den "gradable/ungradable"- Pfad etwas entlanggestolpert, aber beim 3. umgestürzten Baum habe ich aufgegeben... (Auf Ententatzen ist das so'ne Sache im Wissenschaftswald...).
Denn das habe ich wenigstens gelernt: bei dieser Unterscheidung handelt sich weniger um einen im wirklichen Sprachgebrauch entscheidenden Gegensatz, sondern eher um einen die Linguisten erfreuenden.
Aus diesem Grund könnten wir unseren geschätzten tiorthan mal bitten, ein Auge zu riskieren, denn die tiefsten Tiefen der Linguistik sind sein Spezialgebiet.
Ein kurzer Check im Netz ergab weiterhin, dass im Sprachgebrauch beide Varianten verwendet werden.

Liebe Grüße
Duckduck
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von tiorthan »

Denn das habe ich wenigstens gelernt: bei dieser Unterscheidung handelt sich weniger um einen im wirklichen Sprachgebrauch entscheidenden Gegensatz, sondern eher um einen die Linguisten erfreuenden.
Ja, fürs Sprachenlernen braucht man das eigentlich nicht, da ist es einfacher mit Beispielen zu arbeiten.

Gradability heißt, dass die Bedeutung eines Wortes verschiedene Intensitätsgrade haben kann.

Bei Adjektiven ist das meistens recht klar. Wenn ich sagen "an interesting fact" dann ist es überhaupt kein Problem dem Adjektiv "interesting" verschieden Grade der Intensität zuzuordnen. Ich kann sagen "a very interesting fact" oder "an extremely interesting fact" oder "a slightly interesting fact".

Genauso kann ich ganz sicher sagen, dass "a motorized car" nicht "slightly motorized" sein kann weshalb "motorized" non-gradable ist.

Bei Nomen ist das ähnlich. Tree zum Beispiel ist non-gradable, denn man kann nicht sagen "that tree is more of a tree than that other tree", Bei "problem" hingegen ist das kein Problem oder auch bei "admirer" oder "dumbass" und viele weitere mehr.

Man kann das generalisieren indem man Nomen als eine Bezeichnung für eine Menge an Merkmalen betrachtet. Wenn auch nur eines dieser Merkmale gradable ist, dann ist auch das Nomen prinzipiell gradable.

Hier kommt jetzt "not a" und "no" ins Spiel. Wenn wir "no" vor ein Nomen X stellen, dann bedeutet das eigentlich "die Merkmale dieses Objekts reichen nicht aus um die Bedingungen für X zu erfüllen". Diese Bedeutung ist also eigentlich der Extrempunkt einer graduellen Betrachtung von Eigenschaften. Daher wird "no" als eine graduelle Negation verstanden während "not a" eine absolute negation ist.

Nun wird, wie Duckduck schon gesagt hat, in der gesprochenen Sprache durchaus beides benutzt. In der Regel drückt man damit aus, dass man selbst die Entscheidung, "It's no disadvantage" gerade eben gefällt hat bzw. den Leser dazu bringen will zu verstehen, dass hier in diesem Moment eine Entscheidende Einordnung stattfindet. (Ich hoffe du verstehst, was ich hier ausdrücken will.)
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

Duckduck hat geschrieben: Hi :angel:i ,
Süße Anrede, lieber Duckduck, Hi   :D
Duckduck hat geschrieben:na, da hast Du mich aber ins Grübeln gebracht, bzw. Deine Lehrerin in diesem online Kurs. 
The same here. Ich hatte bis dato schon relativ viel gelernt, als meine Lehrerin ganz plötzlich mit dem "Knaller" um die Ecke kam.  :mrgreen: Eigentlich habe ich eine recht gute Auffassungsgabe, an der ich an diesem Punkt allerdings schon ein wenig zweifelte. Aber ich vermute, dass das sicherlich allen beim Lernen einer Fremdsprache früher oder später mal so ergeht ...

Ein kurzer Check im Netz ergab weiterhin, dass im Sprachgebrauch beide Varianten verwendet werden.
Das ist gut zu wissen, und vielen Dank für deine Antwort und deine freundlichen Bemühungen, da mal ein wenig zu recherchieren! Das hatte ich zuvor natürlich auch schon getan, bin da aber leider auch auf nichts gestoßen, was mir das Verständnis ein wenig erleichtert hätte. Genauer gesagt, hatte ich das Prinzip der "gradable/ungradable nouns" eigentlich schon verstanden, aber ich dachte/hoffte, es gäbe da vielleicht eine Erklärung, die mir die Anwendung ein wenig erleichtern könnte, ohne jedes Mal groß überlegen zu müssen, ob das jeweilige Nomen jetzt gerade gradable oder ungradable ist. You know? Sure you do! 

LG,  :angel:i
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

Hi tiorthan,

vorab schon mal vielen lieben Dank für deine Erklärungen!
Gradability heißt, dass die Bedeutung eines Wortes verschiedene Intensitätsgrade haben kann.

Bei Adjektiven ist das meistens recht klar. Wenn ich sagen "an interesting fact" dann ist es überhaupt kein Problem dem Adjektiv "interesting" verschieden Grade der Intensität zuzuordnen. Ich kann sagen "a very interesting fact" oder "an extremely interesting fact" oder "a slightly interesting fact".

Genauso kann ich ganz sicher sagen, dass "a motorized car" nicht "slightly motorized" sein kann weshalb "motorized" non-gradable ist.
Clear so far!
Bei Nomen ist das ähnlich. Tree zum Beispiel ist non-gradable, denn man kann nicht sagen "that tree is more of a tree than that other tree", Bei "problem" hingegen ist das kein Problem oder auch bei "admirer" oder "dumbass" und viele weitere mehr.
Ich mache hier sicher gerade einen Denkfehler, aber man könnte doch z.B. sagen "big/small tree" oder "big/small problem". Weshalb in diesen Fällen also ungradable? 
Man kann das generalisieren indem man Nomen als eine Bezeichnung für eine Menge an Merkmalen betrachtet.
Hier steigt mein Hirn im Moment leider völlig aus. Vielleicht würde sich das ändern, wenn ich obigen Denkfehler ablegen könnte?
Hier kommt jetzt "not a" und "no" ins Spiel. Wenn wir "no" vor ein Nomen X stellen, dann bedeutet das eigentlich "die Merkmale dieses Objekts reichen nicht aus um die Bedingungen für X zu erfüllen". Diese Bedeutung ist also eigentlich der Extrempunkt einer graduellen Betrachtung von Eigenschaften. Daher wird "no" als eine graduelle Negation verstanden während "not a" eine absolute negation ist.
Und deshalb wäre in dem Fall "It's not a disadvantage" tatsächlich richtiger als "no disadvantage", right? Warum z.B. "dis/advantage" non-gradable ist, habe ich bereits verstanden. No ... ich stelle gerade fest ... wohl doch noch nicht so ganz. Denn man könnte, wie oben, doch auch im Falle von "advantage" sagen "kleiner Vorteil", "großer Vorteil", "geringer Vorteil" etc. Warum also auch hier nicht gradable?  :denk:
In der Regel drückt man damit aus, dass man selbst die Entscheidung, "It's no disadvantage" gerade eben gefällt hat bzw. den Leser dazu bringen will zu verstehen, dass hier in diesem Moment eine Entscheidende Einordnung stattfindet. (Ich hoffe du verstehst, was ich hier ausdrücken will.) 
Leider nicht ganz. Hättest du die gleiche Aussage auch getätigt, wenn du "It's not a dis..." statt "It's no dis..." benutzt hättest? Wie es scheint, stehe ich bei dem Thema echt ein wenig auf dem Schlauch ...

LG, Angeli
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von tiorthan »

Ich mache hier sicher gerade einen Denkfehler, aber man könnte doch z.B. sagen "big/small tree" oder "big/small problem". Weshalb in diesen Fällen also ungradable? 
A small tree may be less tree but it's not less of a tree than a large one.

Die Größe eines Baumes entscheidet nicht darüber ob es sich um einen Baum handelt. Die Größe ist keine definierende Eigenschaft.

Bei "problem" ist es etwas schwieriger. Problem kann gradable sein oder non-gradable, je nachdem welche genaue Bedeutung gemeint ist.

Wenn ich "problem" im Sinne der Mathematik betrachte, dann ist die Definition: "a statement requiring a solution". Nun, was bedeutet es, wenn ich sage "the bigger of two problems"? Es bedeutet, das schwieriger zu lösende Problem. Aber die Lösungsschwierigkeit war gar kein Teil meiner Definition, es ist also non-gradable.

Aber was ist, wenn ich Problem als "a question involving uncertainty" verwende? Nun was bedeutet "the bigger of two problems" in diesem Fall? Es kann bedeuten, dass eines der beiden Probleme mehr Unsicherheit beinhaltet. In dieser konkreten Bedeutung ist "problem" also gradable.
Leider nicht ganz. Hättest du die gleiche Aussage auch getätigt, wenn du "It's not a dis..." statt "It's no dis..." benutzt hättest? Wie es scheint, stehe ich bei dem Thema echt ein wenig auf dem Schlauch ...
Ja die Aussagen sind völlig identisch und du musst dir die Erklärung nicht merken, sie war sowieso unvollständig.

Kompetente Sprecher (Muttersprachler und Ähnliche) verändern die Sprache manchmal. Das wird gerne als "Fehler" bezeichnet. Aber als deskriptiver Linguist, also als einer der beschreiben will wie die Sprache tatsächlich benutzt wird, muss ich die Veränderungen hinter denen eine Intention steckt von denen abgrenzen, die wirklich Fehler, also nicht-beabsichtigt, sind. Bei "it's no" gibt es eine Variante wie ein solcher Nichtfehler auftreten kann. Es ist also eine rein akademische Betrachtung die man als lernender ignorieren kann.
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

tiorthan hat geschrieben:A small tree may be less tree but it's not less of a tree than a large one.

Die Größe eines Baumes entscheidet nicht darüber ob es sich um einen Baum handelt. Die Größe ist keine definierende Eigenschaft.


Das leuchtet ein. Also ist "advantage" ungradable, weil ein Vorteil an sich ein Vorteil bleibt, selbst wenn es ein geringer, großer, etc. wäre. 
Meine Lehrerin hatte mir das so erklärt, dass es Dinge, wie "Sand" etc., gibt, die einfach ungradable wären, weil es nicht viel über sie zu sagen gäbe. "Sand" wäre eben einfach nur (quasi langweiliger) Sand, während man z.B. über einen Sportler sehr viel sagen könnte, weshalb der Begriff "Sportler" gradable wäre. Wobei ich jetzt meinen würde, dass ein Sportler an sich doch auch ein Sportler bleibt (es sei denn, er wechselte zur Musik), selbst wenn man ihm noch so viele Eigenschaften nachsagen könnte. Bis jetzt habe ich mich für einigermaßen intelligent gehalten, aber bei dem Thema setzt da bei mir offensichtlich was aus.  :lol: 


Bei "problem" ist es etwas schwieriger. Problem kann gradable sein oder non-gradable, je nachdem welche genaue Bedeutung gemeint ist.

Wenn ich "problem" im Sinne der Mathematik betrachte, dann ist die Definition: "a statement requiring a solution". Nun, was bedeutet es, wenn ich sage "the bigger of two problems"? Es bedeutet, das schwieriger zu lösende Problem. Aber die Lösungsschwierigkeit war gar kein Teil meiner Definition, es ist also non-gradable.

Aber was ist, wenn ich Problem als "a question involving uncertainty" verwende? Nun was bedeutet "the bigger of two problems" in diesem Fall? Es kann bedeuten, dass eines der beiden Probleme mehr Unsicherheit beinhaltet. In dieser konkreten Bedeutung ist "problem" also gradable.


I see.



Ja die Aussagen sind völlig identisch und du musst dir die Erklärung nicht merken, sie war sowieso unvollständig.


Kompetente Sprecher (Muttersprachler und Ähnliche) verändern die Sprache manchmal. Das wird gerne als "Fehler" bezeichnet. Aber als deskriptiver Linguist, also als einer der beschreiben will wie die Sprache tatsächlich benutzt wird, muss ich die Veränderungen hinter denen eine Intention steckt von denen abgrenzen, die wirklich Fehler, also nicht-beabsichtigt, sind. Bei "it's no" gibt es eine Variante wie ein solcher Nichtfehler auftreten kann. Es ist also eine rein akademische Betrachtung die man als lernender ignorieren kann.

That sounds good! Ich werde in bestimmten Fällen, in denen ich mir unsicher bin, ob ein "no" oder "not a" richtiger ist, künftig einfach in diesem Forum nachfragen und/oder im Internet recherchieren. Manchmal kommen wichtige Erkenntnisse auch scheinbar einfach so angeflogen, dann haue ich mir auf die Stirn und denke "Meine Güte, was hatte ich ein Brett vor dem Kopf". 

Deine Erklärungen haben mich in dem Fall aber schon ein bedeutendes Stück weitergebracht. Vielen Dank für die Mühe!

LG, Angeli
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von tiorthan »

Angeli555 hat geschrieben: Wobei ich jetzt meinen würde, dass ein Sportler an sich doch auch ein Sportler bleibt
Ja, aber man kann eben Aussagen über die Qualität des Sportler-Seins machen. Jemand der mehr Sport macht ist mehr Sportler. In dem Fall hat man eine der definierenden Eigenschaften für Sportler, die selbst gradable ist.

Es hängt aber nicht nur immer davon ab, wie ein Begriff genau definiert ist, sondern auch wie das Wort genau benutzt wird.
Jedes Wort deckt immer ein Spektrum an Eigenschaften ab. Einige der Eigenschaften sind immer notwendig. Einige Eigenschaften wirken abgrenzend, also Bedingungen die nicht überschritten werden dürfen. Und es gibt außerdem Eigenschaften, die ich als "contextually defining" bezeichnen würde. Also Eigenschaften die nur in einem bestimmten Kontext bestimmend werden.

Sportler sind ein gutes Beispiel dafür. Wenn ich mich gerade "über Sportler" mit jemandem unterhalte, dann meint man damit oft nicht einfach nur Menschen die Sport machen, sondern Menschen die als Sportler bekannt sind. Das Wort Sportler hat in diesem speziellen Kontext also noch eine zusätzliche Eigenschaft, die in diesem Kontext definierend ist, denn je bekannter der Sportler ist, desto mehr gehört er in diesen Kontext. In dem Kontext wird dann eben der Bekanntheitsgrad zu einer gradable Eigenschaft.
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

tiorthan hat geschrieben:
Angeli555 hat geschrieben: Wobei ich jetzt meinen würde, dass ein Sportler an sich doch auch ein Sportler bleibt
Ja, aber man kann eben Aussagen über die Qualität des Sportler-Seins machen. Jemand der mehr Sport macht ist mehr Sportler. In dem Fall hat man eine der definierenden Eigenschaften für Sportler, die selbst gradable ist.

Es hängt aber nicht nur immer davon ab, wie ein Begriff genau definiert ist, sondern auch wie das Wort genau benutzt wird.
Jedes Wort deckt immer ein Spektrum an Eigenschaften ab. Einige der Eigenschaften sind immer notwendig. Einige Eigenschaften wirken abgrenzend, also Bedingungen die nicht überschritten werden dürfen. Und es gibt außerdem Eigenschaften, die ich als "contextually defining" bezeichnen würde. Also Eigenschaften die nur in einem bestimmten Kontext bestimmend werden.

Sportler sind ein gutes Beispiel dafür. Wenn ich mich gerade "über Sportler" mit jemandem unterhalte, dann meint man damit oft nicht einfach nur Menschen die Sport machen, sondern Menschen die als Sportler bekannt sind. Das Wort Sportler hat in diesem speziellen Kontext also noch eine zusätzliche Eigenschaft, die in diesem Kontext definierend ist, denn je bekannter der Sportler ist, desto mehr gehört er in diesen Kontext. In dem Kontext wird dann eben der Bekanntheitsgrad zu einer gradable Eigenschaft.
Falls ich jetzt richtig verstanden habe, müsste es also beispielsweise heißen "It's not a car" (wenn es ein Flugzeug ist :mrgreen: ) anstelle von "It's no car", weil ein Auto nicht mehr sein kann als ein Auto (deshalb non-gradable), ganz gleich, wie groß oder klein, billig oder teuer es wäre, welche Farbe oder wie viel PS es hätte, auch wenn es sich um einen ganz bestimmten Ferrari handelte, der aufgrund gewonnener Rennen großen Bekanntheitsgrad erlangt hätte. Während man z.B. eher sagen müsste "He's no musician" statt "He's not a musician", weil ein Musiker mehr oder weniger Musiker sein kann als ein anderer, weshalb der Begriff "musician" an sich also schon gradable ist. Wenn dem Musiker dann auch noch weitere Eigenschaften zugeschrieben werden können, die gradable sind, ist er noch benotbarer, also erst recht gradable.

Wenn ich's jetzt zumindest im Großen und Ganzen immer noch nicht hab, geb ich's auf ...  phew.

Danke dir, lieber tiorthan! 

Ab jetzt stehen meine lieben Grüße immer unten in der Signatur.  :)
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von tiorthan »

Während man z.B. eher sagen müsste "He's no musician" statt "He's not a musician",
Bei gradable gibt es keine bevorzugte Form. "no" und "not a" sind bei diesen Wörtern gleichwertig.
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Angeli555 (22. Jan 2020 14:32)
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

tiorthan hat geschrieben: Bei gradable gibt es keine bevorzugte Form. "no" und "not a" sind bei diesen Wörtern gleichwertig.
Ah, wieder etwas Neues. Es sei denn du hattest das weiter oben schon irgendwo deutlich gemacht, und ich habe es in meinem Gedanken-Wirrwarr nicht richtig erfassen können.
Jetzt habe ich also verstanden, was gradable und ungradable nouns sind. Und um "not a" wirklich korrekt und einfach anwenden zu können, müsste ich zumindest im Großen und Ganzen nur noch darauf achten, welche Nomen non-gradable sind. Wenn jetzt z.B. der Begriff "fact" an sich ungradable ist, müsste ich korrekterweise "It's not a fact" sagen, wenn ich ihn allein stehen ließe. Würde ich aber "interesting" hinzufügen, könnte ich laut deiner o.g. Erklärung also beides verwenden (no oder not an interesting fact"), weil "interesting" gradable ist und "fact" in Zusammnehang mit "interesting" daher auch als gradable gilt. Demnach würde "tree", der für sich allein stehend zwar ungradable ist (also "It's not a tree"), auch gradable werden, wenn ich ihn z.B. als "interesting tree" bezeichnen würde. In dem Fall könnte ich dann also auch sagen "It's no interesting tree", right? Bitte sag mir, dass ich's jetzt endlich geschnallt habe.   :lol:

Die Sache mit dem Kontext muss ich mir in den nächsten Tagen noch mal ganz in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Denn zunächst sagtest du weiter oben, mit "problem" wäre das kein Problem, wähernd du etwas weiter unten sagtest, bei "problem" wäre das schon etwas schwieriger. Also ist das Problem mit dem "problem" wohl doch kein ganz so geringes Problem.  :mrgreen: Ist halt ein etwas komplexeres Thema. Kein Wunder also, dass es nicht auf Anhieb ganz so leicht zu verstehen bzw. zu erklären ist. Deshalb kann ich gar nicht oft genug sagen, dass ich dir sehr dankbar dafür bin, dass du dich hier mit mir so abgemüht hast, um es mir begreiflicher zu machen.

:danke:
LG Angeli,
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von Angeli555 »

Du erklärst mir jetzt bestimmt noch, dass ein Baum nicht interessant sein, sondern höchstens interessant aussehen kann, weshalb "tree" non-gradable bleibt, nicht wahr?  :shock:   :lol:
LG Angeli,
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tiorthan
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Re: there is no/there is not a

Beitrag von tiorthan »

Demnach würde "tree", der für sich allein stehend zwar ungradable ist (also "It's not a tree"), auch gradable werden, wenn ich ihn z.B. als "interesting tree" bezeichnen würde. In dem Fall könnte ich dann also auch sagen "It's no interesting tree", right? Bitte sag mir, dass ich's jetzt endlich geschnallt habe.
Du erklärst mir jetzt bestimmt noch, dass ein Baum nicht interessant sein, sondern höchstens interessant aussehen kann, weshalb "tree" non-gradable bleibt, nicht wahr?
Nein das hast du selbst erklärt.

Es ist einfacher, wenn man die Frage anders stellt. Wäre das Ding, was du als "interesting tree" bezeichnest, noch immer ein "tree", wenn es "not interesting" wäre?

Wie ist das bei "interesting fact", gibt es "uninteresting facts"?
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