Frage zu Nachhilfe Konzept-lang!

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Thommy
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Frage zu Nachhilfe Konzept-lang!

Beitrag von Thommy »

Hallo. liebes Forum!
Bin neu hier und war auch ziemlich anstrengend, hier rein zu kommen. Danke nochmal, Jörg!!
Ist aber trotzdem ein tolles und ansprechendes Forum, und ich hofffe, ich werde hier aufgenommen!

So, ich habe jetzt eine Frage an erfahrenere Nachilfelehrer oder studierte Lehrer:
Vorweg: Ich komme gut klar mit dem Jungen, über den ich jetzt rede und er macht auch Fortschritte, die wirklich spürbar sind!

Ich betreue seit einigen Wochen einen Jungen in Englisch, ich nenne ihn jetzt einfach mal Jürgen. Er ist in der 9. Klasse einer Realschule, aber in einer Förderklasse, ist aber wirklich sehr intelligent. Dass er in dieser Klasse ist, hat andere Ursachen und ist auch tw. irrelevant.
Jürgen hat mittlerweile seit 9 Jahren Englisch, kann aber ziemlich wenig (was aber wirklich mit dem Klassenumfeld zu tun hat). Sein Textverständnis ist aber relativ gut (Einfache Texte zumindest).

Ein Beispiel zur Problemdarstellung: Ich habe damals angefangen mit Pronomen und "to be", einfach um zu sehen, wo die Grundlagen liegen. Lief nicht so gut, obwohl es 20mal im Heft steht und er es, wenn man ihn in die richtige Richtung schubst, aus dem FF aufsagen kann. Aber er kann es nicht umsetzen, wozu es gut ist. Dann kamen Possessivpronomen, die ich ihm erst beibringen musste (wie gesagt, 9. Klasse Realschule). Die bringt er jetzt ständig mit den Personalpronomen durcheinander, darf er aber auch. Dann bin ich eine Stufe weiter runtergegangen.


Meine Frage ist jetzt: Macht man bei so einem Jungen mit dem groben weiter oder versucht man wirklich, das vorhandene zu festigen und nocheinmal quasi bei 0 anzufangen, alles noch einmal durchzugehen? Ich fahre morgen wieder hin und wiederhole die Verneinung (Haben wir letztes Mal gemacht, kannte er so nicht, klappte aber ganz gut) und werde mit Fragen weitermachen.
Seine Aussprache ist ganz schlimm (Hat er so wohl auch noch nie korrigiert bekommen) und das stört mich als studierten Phonetiker natürlich gewaltig. Aber ist das auf solch einem Level nicht eher nebensächlich?
Und er kann nicht lange zuhören, er muss etwas machen, Vorträge werden dann durch Konzentrationsprobleme kaputt gemacht, dh ich habe keine lange Zeit, ihm den roten Faden verschiedener grammatikalischer Probleme zu erklären.
Aber er ist sehr nett und noch(!) auch motiviert, so dass es toll (und auch wichtig) wäre, wenn mir raten könnte, ob ich mich den grundlegenden Sachen widme oder mit ihm jeweils Texte durchgehe, er aber nicht in der Lage ist, sich im Englischen auszudrücken oder etwas zu verstehen. Und ich möcht ihm so gern richtig gut helfen.

Vielen Dank für das LEsen dieses langen Textes und für eine Antwort!!!


So ist es mit allen grammatikalischen Dingen (wie z.B. Artikel




l1nch3n
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Beitrag von l1nch3n »

Hallo =)

Ich gebe auch nachhilfe in Englisch (8.Klasse, ein Junge und ein Mädchen)

Der Junge kommt schon über ein Jahr nach einer 6 zu mir und konnte auch gar nichts. Also Ich erkannte die situation die du beschreibst wieder.

Ich habe komplett von vorne angefangen: Nomen, verben, adjektive.
Dann alle zeiten wiederholt, artikel usw.
Quasi in Klasse 5 wieder angefangen.
Nun habe ich ihn so weit, dass er wirklich relativ fit ist und auch gut texte schreibt und alles und mitlerweile auf einer konstanten 3 mit tendenz nach oben steht.
Ich werde ihn bald aus der nachhilfe "entlassen" können.

Das hat jetzt ca. 1 1/2 Jahre gedauert. Jeweils 2 mal, manchmal auch nur einmal in der Woche.
Ich bin mit dem Konzept "von vorne anfangen" ganz gut klar gekommen, denn oft liegen die schwächen ja in den Anfängen und sind nie behoben worden.

Meine andere Nachhilfeschülerin ist in der gleichen Klasse und mit ihr fange ich nun auch von ganz vorne an.

Wenn man wirklich alles ausmerzen will, sollte man von vorne anfangen, finde ich.


Ich hoffe, es konnte dir weiter helfen, sonst frag ruhig nochmal, ich drücke mich manchmal umständlich aus ^^ :spin:

Thommy
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Beitrag von Thommy »

Hallo!
Danke für Deine Antwort!
Das mit dem "Von-vorne-anfangen" entspricht auch eher meinem Stil! Aber obwohl ich schon oft NAchhilfe gegeben habe, hatte ich solch einen Fall noch nie. Das Problem ist nicht nur, dass die Grundlagen fehlen, sondern dass der Junge einfach in seiner Klasse hoffnungslos unterfordert ist, da er mit geistig behinderten (in einer Waldorfschule) zusammen unterrichtet wird. D.H. er hat die Lücken bei den Grundlagen, freut sich aber andererseits riesig über den Input, den ich ihm jetzt gebe und hat auch das Potential, die Grundlagen nachzuholen und vor allem umzusetzen, denn er ist wirklich intelligent!!!
Meine Frage zielte jetzt hauptsächlich darauf ab, ob man nur das übt, was in der Schule verlangt wird (was meiner Einstellung gänzlich widerspricht) oder ob man jetzt wirklich noch einen längeren Zeitraum mit schlechteren Noten, aber der Hoffnung auf irgendwann gut verständliches Englisch in Kauf nimmt.
(Nach diesem Satz brauchen wir uns glaube ich nicht weiter über komplizierte Sätze zu unterhalten :-) )

Und vor allem muss man ihm immer wieder sagen, dass er sich nicht schämen muss, das er die eifachsten Dinge noch nicht kann, denn meiner Meinung ist er daran nichtt schuld, sondern das Umfeld. Aber ein fgroßes Problem ist halt das mangelnde Interesse an Sachen wie Wortarten ...
Aber ich bin immer noch optimistisch und hoffe, dass er am Ball bleibt!

Bis denn!!

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