Satzstruktur Sonnet

Fragen zu Literatur und ihrem kulturellen und historischen Hintergrund
Questions about literature and its cultural, historical background.
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Timo17
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Registriert: 8. Aug 2005 11:45

Satzstruktur Sonnet

Beitrag von Timo17 »

Hi,

wir hatten neulich einmal dieses Sonnet von Shakespeare bekommen und darüber gesprochen.

Nun sollen wir einmal die Satzstruktur erklären.Kann mir da jemand helfen?ich wüsste nicht was ich da machen sollte...

Einmal das Sonnett:

When, in disgrace with fortune and men's eyes,
I all alone beweep my outcast state
And trouble deaf heaven with my bootless cries
And look upon myself and curse my fate,
Wishing me like to one more rich in hope,
Featured like him, like him with friends possess'd,
Desiring this man's art and that man's scope,
With what I most enjoy contented least;
Yet in these thoughts myself almost despising,
Haply I think on thee, and then my state,
Like to the lark at break of day arising
From sullen earth, sings hymns at heaven's gate;
For thy sweet love remember'd such wealth brings
That then I scorn to change my state with kings.

Würde mich über eine Antwort freuen.




rgriscom
Slow Speller
Beiträge: 17
Registriert: 23. Jun 2006 19:24
Muttersprache: English

Beitrag von rgriscom »

Der Endreim, vielleicht:
A
B
A
B
C
D
C
D
E
B
E
B
F
F

Oder Sillben....:
10
10
11-
10
10
10
11-
10
11-
10
11-
10
10
10
"Give me a doughnut."

Instep
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Beiträge: 57
Registriert: 26. Aug 2005 19:18

Beitrag von Instep »

Bei der Frage nach der Satzstruktur denke ich an etwas anderes. Das Reimschema, die Zeilen, die innere Struktur sind schließlich - besonders bei Shakespeare - relativ starr festgelegt.

Die Satzstruktur selber ist etwas anderes. Wo ist der Hauptsatz? Wie sind die Nebensätze angelegt? Gibt es Inversionen? Wie ist es mit der Wortebene: Gibt es Wortwiederholungen? Alliterationen? Und wie stimmen die Satzteile mit These - Antithese - Synthese überein?

So wäre jedenfalls mein Ansatz.

sweety-deluxe
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Beitrag von sweety-deluxe »

Ich denke auch ,dass es bei der satzstruktur um haupt-und nebensätze geht,weil das ist ja schon in den ersten 2 zeilen auffallen
When, in disgrace with fortune and men's eyes,
I all alone beweep my outcast state
dieser satz mit wenn ist ja ein nebensatz und in diesem nebensatz ist noch einmal ein nebensatz eingebaut("in disgrace...") und diese verschachtelungen ziehen sich durch den ganzen text und das was ist wen der erzähler "all alone beweep (...)(his) outcast state" "etc" das kommt ja erst ziemlich am Ende und dann kommt der strichpunkt und es geht weiter.
Diese relativsätze sind ja einmal das"in disgrace.." und dann eine ganz andere form mot dem"wishing" etc

Aber ich muss sagen ,dass es mir gerade schwer fällt das hauptverb zu finden,das anzeigt was passiert wenn der erzähler da alleine etwas macht und wünscht,etc

Instep
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Registriert: 26. Aug 2005 19:18

Beitrag von Instep »

Du musst bedenken, dass es hier um poetische Sprache geht. Da ist ein - sagen wir mal - kreativer Umgang mit Sprache nicht nur erwünscht, sondern unabdingbar.

Es kann dir vielleicht helfen, wenn du dir die Unterteilung des Schemas ins Gedächtnis rufst, also bei Shakespeare: These (2 erste Quartette), Antithese im dritten Quartett, Synthese im Couplet am Schluss. Im vorliegenden Gedicht sind diese Abschnitte sogar durch Semikolon hervorgehoben. Jetzt musst du dir nur klarmachen, wo hier die Nebensätze liegen und wo der Hauptsatz. Schließlich ist das ganze Gedicht ein einziger langer Satz.

Ich weiß jetzt nicht, wie weit ich helfen kann, darf, soll, (es gibt ja schließlich Forumsregeln ^^). Schreib doch mal, was du dir bisher so gedacht hast. Vielleicht noch ein Tip: Das Semikolon zeigt hier keinen 'neuen' Satz an, sondern verstärkt nur die Unterteilung.

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