Will vs going to - das gemeine Auswahlspiel

Alles zur englischen Grammatik.
How to deal with English grammar.
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Sheera
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Will vs going to - das gemeine Auswahlspiel

Beitrag von Sheera »

Hallo, 
Ich kenne beim obigen Thema die Regeln, und habe heute wieder eine Kopfzerbrechübung damit gemacht. Immer habe ich da Fehler:
1. It's getting cold, I ________ richtig: "will" close the window.
Ich hatte erst "going to", weil ich dachte, es ist ja schon dabei kalt zu werden, also eine Tatsache, und das Fenster zu schließen ist eine feste Absicht. Richtig war "will", weil es wohl nicht von persönlichen Entscheidungen abhängig ist. 

2. There's no time left; he _________ richtig: "will" have to talk to her later.
Hier hatte ich auch "going to", weil mit ihr zu sprechen ja eine feste Absicht ist. 
Richtig war wieder "will", weil es wohl nicht seine persönlichen Entscheidung war.

3. Oh no! I think Mrs Lyons ________ richtig: "is going to" hit the inspector.
Das verstehe ich wiederrum auch nicht. Der vermutet ja nur, daß sie vorhat ihn zu schlagen. Das die Frau hier eine feste Absicht wohl hat, weiß er ja nicht genau. 

Kann es sein, daß der Faktor "feste Absicht" - egal von wem er kommt - hierbei IMMER überwiegt?
Oder hätte man bei einigen Sachen auch beides nehmen können?

Bin sehr gespannt auf die Lösung!

Lieben Dank voraus und liebe Grüße
Sheera
 




tiorthan
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Re: Will vs going to - das gemeine Auswahlspiel

Beitrag von tiorthan »

Puh ... ich versuche es mal anders. Vergiss mal vorübergehend alles, was du von "going to" und "will" weißt.

Die Zukunftsformen mit "going to" stellen eine Art von Vorhersage dar. Es ist etwas, dessen man sich sicher ist, dass es eintreten wird, aber dass der Beginn in der Zukunft liegt. Es drückt also Sicherheit über ein zukünftiges Ereignis aus.

Diese beiden Dinge führen dazu, dass nur bestimmte Arten von Situationen mit "going to" ausgedrückt werden können.

Was ist denn sicher? Nun Dinge die man sich vorgenommen hat, die man geplant hat sind, zumindest im Kopf des Sprechers und im Moment in dem man spricht "sicher". Das ist die "feste Absicht". Aber da gibt es die Einschränkung, dass der Beginn der Handlung in der Zukunft liegen muss und das schließt eine bestimmte Art der festen Absicht aus, nämlich den spontantne Entschluss.

Wenn man sich spontan dazu entschließt eine Handlung auszuführen, dann liegt die Handlung zwar selbst nor vor einem (daher ist es eine Zukunftsaussage) aber der Handlungsbeginn ist jetzt. Es kann zwar sein, dass man noch Dinge tun muss bevor man wirklich tatsächlich das Fenster schließt, aber diese sind im Kopf des Handelnden lediglich Teilschritte der eigentlichen Handlung.

Und genau deshalb kommt im ersten Satz kein going-to-Future, denn es handelt sich um eine spontane Entscheidung.

Die zweite Art von Dingen, die man mit "going to" ausdrücken kann, sind Schlussfolgerungen (oder Prophezeihungen). Man ist sich sicher dass eine Handlung eintreten wird (egal ob die Sicherheit berechtigt ist oder nicht), aber sie ist eben noch nicht eingetreten.

It's going to rain -> ich bin mir sicher dass es regnen wird
She's going to hit him -> ich bin mir sicher, dass sie ihn schlagen wird.

Das ist der Fall beim dritten Satz.

Und nun der zweite Satz. Du sagst:
Hier hatte ich auch "going to", weil mit ihr zu sprechen ja eine feste Absicht ist.
Ja schon, aber was ist denn die Aussage des Satzes?

"er muss später mit ihr Sprechen"

Dieser Satz macht gar keine Aussage über die Absichten sondern es ist vielmehr eine Aussage über eine Einschränkung.
You're never too old to learn something stupid.
MistakeSuggestionYou sure that's right?

Sheera
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Re: Will vs going to - das gemeine Auswahlspiel

Beitrag von Sheera »

Wow! Ganz lieben Dank für diese tolle ausführliche Erklärung, und die große Mühe, die Du dir damit gegeben hast!   :freu: :freu: :freu: :freu:
So hat mir das noch niemand erklärt!

Ich hoffe nur, ich merke mir das nun endlich mal richtig. 

Liebe Grüße

Sheera
I

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