Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

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Henning
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Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von Henning »

Weil ich nicht weiß, wo diese beiden allgemeinen Fragen sonst hinkommen könnten, kommen sie eben mal HIER rein.

Die Fragen.

1. Verändert sich die Betonung eines Adjektivs, sobald es -ly angehängt bekommt, also als Adverb gebraucht wird? Leider gibt mein Pons keine Auskunft darüber.

2. Sind Worte wie z.B. leverage oder costum, sobald sie amerikanisch-englich ausgesprochen werden, auch dem britisch-englisch Sprechenden unmittelbar verständlich, oder muss er sich dann am Kontext orientieren? (Apropos amerik. Englisch. Gilt diese Form in GB als "unkorrekt", oder wird sie achselzuckend, resignativ als Sonderweg eines weit, weit entfernten Landes hingenommen?)

Sind also im Grunde 3 Fragen. Sorry.

Vielen Dank für die (hoffentlich eintreffende) Hilfe!




Delfino
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Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von Delfino »

:watch: Bei mehreren Fragen würde ich dich bitten in Zukunft immer jeweils einen neuen Thread zu erstellen,
da nicht jeder alle Fragen beantworten kann...
Henning hat geschrieben:1. Verändert sich die Betonung eines Adjektivs, sobald es -ly angehängt bekommt, also als Adverb gebraucht wird?
Leider gibt mein Pons keine Auskunft darüber.
Eine sehr allgemeine Frage, da gibt es bestimmt auch Ausnahmen.
Aber dieses Beispiel zeigt keine Änderung der Betonung (siehe Lautschrift)

interesting
http://de.pons.eu/dict/search/results/? ... &in=&lf=en

interestingly
http://de.pons.eu/dict/search/results/? ... &in=&lf=en
Henning hat geschrieben:2. Sind Worte wie z.B. leverage oder costum, sobald sie amerikanisch-englich ausgesprochen werden,
auch dem britisch-englisch Sprechenden unmittelbar verständlich, oder muss er sich dann am Kontext orientieren?
Dies hängt von den Fähigkeiten der jeweiligen Person ab, das kann man so pauschal nicht sagen.
Jeder mit gesunden Menschenverstand (common sense) wird unterbewußt auch den Kontext benutzen,
aber der Erfolg ist u.a. auch von den eigenen Erfahrungen der Person abhängig.
Henning hat geschrieben:Apropos amerik. Englisch. Gilt diese Form in GB als "unkorrekt",
oder wird sie achselzuckend, resignativ als Sonderweg eines weit, weit entfernten Landes hingenommen?
Bei der Verwendung von AE hier oder BE dort kann es leicht zu Missverständnissen oder Unverständnis kommen.
Daher sollte man nicht erwarten, dass beides automatisch synonym verstanden wird. (siehe Frage 2)
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tiorthan
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Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von tiorthan »

Es gibt im englischen Sprachraum auch so viele Dialekte, dass man etwas "unverständliches" nicht mal als Sprache aus einem fernen Land betrachten muss. Es gibt Gegenden, in denen (etwas überspitzt gesagt) die Leute auf der anderen Straßenseite völlig unterschiedliche Dialekte sprechen.
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Henning
Slow Speller
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Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von Henning »

tiorthan hat geschrieben:Es gibt im englischen Sprachraum auch so viele Dialekte, dass man etwas "unverständliches" nicht mal als Sprache aus einem fernen Land betrachten muss. Es gibt Gegenden, in denen (etwas überspitzt gesagt) die Leute auf der anderen Straßenseite völlig unterschiedliche Dialekte sprechen.
Ja, davon habe ich auch schon gehört. Es gibt sogar Dialekte, in denen das "h" verschluckt wird. " 'ome" statt "home" - übrigens eine interessante Parallele zum Französischen. Wie das Englische und das Französische von den Worten/Wortbedeutungen her überhaupt viel mehr Gemeinsamkeiten haben als die beiden germanischen Sprachen ENG und Dtsch. (Kommt wohl auch von der jahrhundertelangen Besetzung Teile FRs durch die englischen Könige.

Nochmal schönen Dank für die Hilfe.

Keswick
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Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von Keswick »

Hallo, nur kurz zu den "H".. das nennt sich h-dropping und findet sich ausgepraegt suedlich von Cleveland. Urspruenglich war das mal das Englisch des weniger intelligenten "uneducated" Menschen, aber heute findet sich das in allen Schichten. Im Franzoesischen lassen sie das H allerdings fallen, weil es das H in einigen Worten einfach nicht gibt. Ein Franzose sagt zum Beispiel das deutsche Wort Hotel ohne H weil das franzoesische Wort l'hotel kein ausgesprochenes H hat und die meisten Franzosen einfach nicht wissen wie sie es anhaengen sollen.
Bitte keine Korrektur- / Erklärungsanfragen per PN.
British English (BE) Sprecher.

Duckduck
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Muttersprache: Deutsch

Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von Duckduck »

Wie das Englische und das Französische von den Worten/Wortbedeutungen her überhaupt viel mehr Gemeinsamkeiten haben als die beiden germanischen Sprachen ENG und Dtsch. (Kommt wohl auch von der jahrhundertelangen Besetzung Teile FRs durch die englischen Könige.
Öööööhm, lieber Henning, das mag stimmen oder auch nicht, ich tendiere mal eher zu nicht. Allerdings gibt es natürlich eine enge Verbindung des Französischen mit dem Englischen, aber doch wohl vornehmlich als Folge der normannischen Invasion von 1066 ("Altfranzösisch" im Gepäck) und des nachfolgenden längeren Aufenthaltes der Herrschaften auf der Insel, nöch?!
Zudem hat die englische Sprache natürlich auch nie den direkten "romanischen" Einfluss der Römer (Latein) überwunden :lol: :roll:. Auch daher engere Verbindungen zum Französischen (auch eine romanische Sprache, natürlich).

Grüße
Duckduck :read:
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tiorthan
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Re: Fragen nach Betonung und Amerikanisch-Englisch

Beitrag von tiorthan »

Duckduck hat geschrieben:
Wie das Englische und das Französische von den Worten/Wortbedeutungen her überhaupt viel mehr Gemeinsamkeiten haben als die beiden germanischen Sprachen ENG und Dtsch. (Kommt wohl auch von der jahrhundertelangen Besetzung Teile FRs durch die englischen Könige.
Öööööhm, lieber Henning, das mag stimmen oder auch nicht, ich tendiere mal eher zu nicht. Allerdings gibt es natürlich eine enge Verbindung des Französischen mit dem Englischen, aber doch wohl vornehmlich als Folge der normannischen Invasion von 1066 ("Altfranzösisch" im Gepäck) und des nachfolgenden längeren Aufenthaltes der Herrschaften auf der Insel, nöch?!
Zudem hat die englische Sprache natürlich auch nie den direkten "romanischen" Einfluss der Römer (Latein) überwunden :lol: :roll:. Auch daher engere Verbindungen zum Französischen (auch eine romanische Sprache, natürlich).

Grüße
Duckduck :read:
Duckduck hat hier gleich in mehrfacher Hinsicht recht.

Es gibt in der Geschichte der Menschheit zahlreiche Beispiele für eine Fremdregierung und in allen Fällen ist der Einfluss des besetzten Landes auf die Besatzer extrem gering. Was die Besetzung Frankreichs angeht, so ist der Einfluss auf die englische Sprache nicht nachweisbar.

Der Einfluss der altfranzösischen Normannen auf auf die mittelenglische Sprache war dagegen bedeutend. Die Normannen prägten die Sprache des Adels und der Verwaltung, was man im heutigen englisch noch sehr stark zu spüren bekommt. Wenn man durch ein englisches Wörterbuch blättert, und die Herkunft vieler Wörter betrachtet, dann kann man schnell auf die Idee kommen, dass die englische Sprache mit der französischen mehr Gemeinsamkeiten hat als mit der deutschen. Allerdings sprach der größte Teil der Bevölkerung weiterhin ihre germanische Sprache und auch das merkt man heute noch, denn der Anteil der romanischstämmigen Wörter an der gesprochenen englischen Sprache ist zwar deutlisch spürbar, aber noch viel deutlicher ist, dass auch die moderne englische Sprache eine germanische Sprache ist. Deutsch und Englisch sind sprachlich betrachtet sehr nah miteinander verwand.

Der sprachliche Einfluss der Römer ... naja das Römische Reich hatte sehr lange Zeit Bestand in Europa und damit auch Gelegenheit in alle möglischen europäischen Länder das eine oder andere Wort zu exportieren, gerade in die germanischen Sprachen. Da die romanisierten keltischen Briten in England aber von den Sachsen, Angeln und Jüten verdrängt wurden, ist es in sehr vielen Fällen nicht möglich festzustellen, ob ein latinischstämmiges Wort von den Germanen mitgebracht worden war, oder ob es erst in Brittanien übernommen worden ist. Viele gibt es davon ohnehin nicht.
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